Aristoteles Kritik an Anaxagoras

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Aristoteles Kritik

Wissen über etwas zusammengesetztes erhält man, wenn man die Bestand-teile und deren Menge kennt.(187b) Also bedeutet es für Aristoteles, daß was er im Kleinen kennt, kennt er auch im großen. Aber durch Anaxagoras Annahme von unendlichen Anfangsgründen sei es unmöglich ein Wissen über das, was sich daraus ergibt, zu erlangen.(187b) Damit hat er Recht, denn selbst wenn wir viele Anfangsgründe kennen, kann durch die Unendlichkeit der Anfangsgründe nie ein endliches Wissen, der Anfangsgründe einsetzen.

Und weiter durch die Annahme von unendlicher Vielfalt, die in jedem Teil inne liegt, ergibt sich daraus das Paradox, daß ein begrenzter, endlicher Körper unendliche Eigenschaften in sich trägt.(187b) Aber das Paradox tritt nur dann auf, wenn begrenzte Körper vorausgesetzt werden. Wenn Anaxagoras die Welt aber aus einer Mischung mit unendlichen Möglich-keiten betrachtet, und wie er ja sagt alles ist in allem enthalten ist, verschwinden auch die Grenzen zwischen den wahrnehmbaren Dingen. Wenn man nun nach Anaxagoras Definition z.B. einen Würfel ansieht, der auf einen Tisch liegt. So endet nach unser Begrifflichkeit der Würfel an der Unterseite mit der er auf dem Tisch liegt und der Tisch fängt dort mit seiner Oberfläche an. Dieses verhält sich aber nur nach dem Sinngehalt der Begriffe Würfel und Tisch so, nach Anaxagoras sind letztlich Tisch und Würfel gleichartig; es wird in ihnen nur eine andere Wahrnehmung des Mischverhältnisses deutlich. Oder anders nach Parmenides, Seiendes stößt an Seiendes. Das Seiende bedeutet hier lediglich aber Mischverhältnis.

Weiter überlegt er, was passiert wenn man eine Entmischung in Gang setzt. Er nimmt für sein Beispiel Fleisch aus dem das Wasser entmischt werden soll. Dieses führt er solange durch, bis „die entmischende Herausbildung zum Still-stand kommt.“(187b) Folglich schließt er dann, daß in dem Wasser kein Fleisch mehr enthalten und somit eben nicht alles in allem enthalten ist. Dabei übersieht er aber, daß dieses Vorhaben durch die Unendlichkeit des Mischen nicht eintreten kann. Denn dieser Zustand wäre ein endlicher. Außerdem hat Anaxagoras festgelegt, daß das einzige, welches in absoluter Reinheit vorliegt, der „Nous“ ist. Dem Geist unterstellt Aristoteles, die Entmischung zu wollen: „Der Geist versucht sich an Unmöglichem, wenn er nämlich die Entmischung zwar will, diese aber unmöglich durchzuführen ist.“(188a) Aus den erhaltenen Fragmenten des Anaxagoras wird jedoch nicht deutlich, daß der Geist die Entmischung herbeiführen will.

 

 

 

 

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